Pseudokrupp – Therapie & Vorbeugung

Therapie von Pseudokrupp

Die Therapie von Pseudokrupp zielt auf unterschiedliche Maßnahmen ab. Allem voran sind die Eltern gefragt, die stets dazu angehalten werden, die betroffenen Kinder während eines Pseudokrupp-Anfalls zu beruhigen. Die Beruhigung schafft zum einen eine Besserung des Hustens und nimmt dem Kind zugleich die Angst. Da dem Kind die Angst genommen wird, verhält es sich ruhiger, atmet entspannter, wodurch weniger Sauerstoff verbraucht wird, woraufhin sich die typische Luftnot während eines Hustenfalls deutlich verringert. Darüber hinaus sollte, unabhängig von der Ausprägung des Pseudokrupps, ein Arzt konsultiert werden. Gemeinsam mit dem Arzt gilt es abzuwägen, ob eine stationäre Unterbringung notwendig ist.

Pseudokrupp medikamentös behandeln

Sobald Eltern mit ihrem betroffenen Kind einen Arzt aufgesucht haben, erfolgt in der Regel eine medikamentöse Behandlung des Pseudokrupps. Der Schweregrad der Erkrankung spielt in der Regel keine Rolle. Das Mittel der ersten Wahl ist Glucocorticoiden, welches einmalig gegeben wird. Die Verabreichung kann intravenös, intramuskulär, rektal sowie oral und inhalativ erfolgen. Verschiedensten Statistiken zufolge ist die orale Gabe von Dexamethason zu bevorzugen. Deutschlandweit ist es jedoch weiterhin üblich, dass Prednison- beziehungsweise Prednisolon-Zäpfchen rektal verabreicht werden. Unabhängig davon, welcher Wirkstoff verabreicht wird, setzt die Wirkung in der Regel nach 30 bis 60 Minuten ein und hält für viele Stunden an. Sofern die Wirkung nur vorübergehend oder unzureichend, eventuell gar nicht eintritt, sollte zusätzlich Adrenalin gegeben werden. Dieses wird bei einer Pseudokrupp Erkrankung inhaliert und sorgt für eine rasche Abschwellung der Schleimhäute. In der Regel tritt die Wirkung bereits nach zehn Minuten ein, wodurch eine schnelle Linderung gewährleistet ist. Allerdings hält die Wirkung von Adrenalin nur für ungefähr zwei Stunden, sodass regelmäßige Inhalationen anzuraten sind.

Schwere Fälle müssen stationär behandelt werden

Sofern der Pseudokrupp Husten besonders schwer ausfällt, bleibt eine stationäre Behandlung des Kindes unausweichlich. Unter Umständen kann sogar eine Intubation (Beatmung) des Kindes, unter Vollnarkose, notwendig sein. Allerdings ist diese Maßnahme nur in besonderen Notfällen und nur sehr selten notwendig.

Cortison zur Behandlung von Pseudokrupp

Cortison ist ein recht verschrienes Medikament. Vor allem Eltern befürchten, ihren Kindern mit der Gabe dieses Medikaments mehr Schlechtes als Gutes zu tun. Allerdings kann die Gabe von Cortison bei Pseudokrupp durchaus notwendig und vor allem hilfreich sein. Cortison wird normalerweise vom Körper produziert. Da der natürliche Cortisonspiegel des Menschen im Schlaf allerdings sinkt, können die Schleimhäute rund um den Kehlkopf besser anschwellen, wodurch der Hustenreiz und die Atemnot ausgelöst werden. Deshalb treten Pseudokrupp-Anfälle vor allem in der Nacht und im Schlaf auf. Mit der zusätzlichen Gabe von Cortison kann das nächtliche Defizit der körpereigenen Cortisonproduktion ausgeglichen werden. Infolgedessen schwellen die Schleimhäute um den Kehlkopf nicht so stark bis gar nicht an, wodurch die Hustenanfälle vorgebeugt werden können.

Pseudokrupp homöopathisch behandeln

Pseudokrupp Hustenanfälle können aber nicht nur mit der herkömmlichen Schulmedizin behandelt werden, auch die Homöopathie kennt verschiedene Mittel, die auf natürliche Weise Abhilfe schaffen. Bei akuten Pseudokrupp-Anfällen wird in den meisten Fällen das Mittel Aconitum napellus verabreicht. Dieses hilft bei plötzlichem Auftreten, Unruhe und großer Angst, welche mit Pseudokrupp-Anfällen zumeist verbunden ist. Ferner empfiehlt sich das Mittel Hepar sulfuris, sofern Pseudokrupp im Rahmen einer Erkältung, mit Mittelohrentzündung oder eitriger Angina auftritt. Belladonna wird dahingegen empfohlen, wenn das Kind während eines Pseudokrupp-Anfalls heiß und sehr rot wird. Sofern das Kind vor dem Pseudokrupp an einer Erkältung mit Husten, Schnupfen und beteiligten Bronchien litt, kann auch Phosphor verabreicht werden.

Nebenwirkungen von Medikamenten

Sofern Pseudokrupp medikamentös behandelt wird, können wie bei jeder anderen Behandlung mit Medikamenten verschiedene Nebenwirkungen auftreten.

Nebenwirkungen von Prednisolon:

  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Schädigungen am Knochenbau bei längerer Einnahme
  • Cushing Syndrom (erhöhter Blutzuckerspiegel und teilweise Unterdrückung des Immunsystems)

Nebenwirkungen von Dexamethason unter anderem:

  • Magengeschwüre
  • Darmgeschwüre
  • Nebennierenrindenunterfunktion
  • Vermehrung der roten Blutkörperchen
  • Hautzerstörung
  • Grauer und grüner Star

Nebenwirkungen von Cortison unter anderem:

  • bei angepassten Dosen keine Nebenwirkungen zu befürchten
  • bei Überdosierung Symptome des Cushing Syndroms
  • Muskelschwäche, Muskelschwund
  • Osteoporose
  • Dehnungsstreifen
  • verzögerte Wundheilung
  • Hautblutungen und Blutergüsse
  • Grauer Star
  • Diabetes
  • Wachstumsstörungen bei Kindern

Grundsätzlich sollte vor der Gabe von Medikamenten jeder Art gegen Pseudokrupp ein ausführliches Beratungsgespräch geführt werden. Neben den genannten Nebenwirkungen sind weitere möglich. Darüber hinaus können die Medikamente in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten stehen oder aufgrund vorhandener Krankheiten zu Besonderheiten führen.

Kann man Pseudokrupp vorbeugen?

spielende KinderBislang sind keine sicheren Maßnahmen bekannt, mit denen Pseudokrupp Hustenfälle vorgebeugt werden können. Kinderärzte haben jedoch einige Tipps, mit denen das allgemeine Krankheitsrisiko, insbesondere in den kalten Jahreszeiten, reduziert werden kann. So sollten Kinder rechtzeitig „abgehärtet“ werden. Hierzu empfiehlt es sich, möglichst lange und oft an die frische Luft zu gehen. Idealerweise sollten Kinder täglich, unabhängig von den Witterungsbedingungen draußen spielen, auch wenn nur kurz. Ferner sollte auf eine abwechslungsreiche und vitaminreiche Ernährung geachtet werden. Zur Stärkung des Immunsystems empfiehlt sich auch im Kindesalter das Wechselduschen mit warmem und kaltem Wasser. Speziell bei Hustenreizen und Pseudokrupp ist für kühle und feuchte Raumluft zu sorgen, diese verhindert eine zusätzliche Reizung der Schleimhäute. Auf keinen Fall sollte in der Umgebung des Kindes geraucht werden. Idealerweise hören Eltern ganz mit dem Rauchen auf, da Kinder den Einflüssen selbst dann ausgesetzt sind, wenn sie sich während des Rauchens nicht in der Umgebung der Eltern befinden, denn der Rauch bleibt auch an der Kleidung haften und wird von den Kindern, beispielsweise beim Kuscheln, eingeatmet. Dieser Rauch reizt die Schleimhäute der Kinder zusätzlich, wodurch Entzündungen schneller und länger auftreten.